In Partnerschaft mit

In der Base liegt die Kraft – ein Selbstversuch

Urlaub alleine und dann auch noch eine Woche fasten? Mesi Tötschinger hat eine Woche Basenfasten im Ausseerland für uns getestet.
Basenfasten in Altaussee
Bild: Altaussee

Mein Name ist Mesi Tötschinger, ich bin 38 Jahre alt und habe noch nie gefastet. Und wissen Sie was ich auch noch nie gemacht habe? Alleine in den Urlaub fahren. Jetzt reizt mich beides. Ich fahre eine Woche lang nach Bad Aussee, in das Hotel „Die Wasnerin“. An dieser Stelle sei verraten, es war einer der besten Ideen meines Lebens.

Sonntag, Anreise

Bevor ich am Sonntag für eine Woche in der Wasnerin einchecke, verbringe ich noch ein Wochenende mit Freundinnen im Salzkammergut. Apropos gut – wenige Stunden vor meinem Check-In waren wir noch bin der berühmten Konditorei Zauner in Bad Ischl. Da mir bewusst war, dass ich mich nun sieben Tage lang ausschließlich basisch ernähren werde, gönnte ich mich vorab noch einen Backhendlsalat, eine Bananenschnitte und eine Melange.

Nun mache ich mich auf den Weg. Verabschiede mich von meinen Freunden und groove mich auf das allein sein ein. Angekommen werde ich sehr freundlich in Empfang genommen. Man lädt mich auf einen Drink ein und da ich ab Betreten des Hotels in die basische Kur eintauche ist das ab jetzt Wasser und Tee. Dann wird mir das ganze Haus, welches sich über einen alten und neuen Teil erstreckt, gezeigt. Außerdem gibt es einen beheizten Außenpool, einen Indoorpool und einen herrlichen Spa-Bereich. Verschiedene Saunen, Dampfbad und einen bestens ausgestatteten Fitnessraum.

Spa-Bereich Hotel die Wasnerin
Bild: Spa-Bereich Hotel die Wasnerin

Nun beziehe ich mein Zimmer mit Blick auf den Loser. Sehr geräumig, gemütlich und gastfreundlich. Denn es ist alles da, was ich mir gönnen soll: Basentee, Obst, Wasser, Basensalz für die Badewanne, Leinöl, Zungenschaber, Körperbürste, eine Wärmeflasche… – soweit so noch nicht ganz so klar. Aber dafür habe ich gleich einen Termin mit meiner Fastenbegleiterin Judith Egger. In dem Termin erfährt man was einen die Woche so erwartet.

Sie erlauben mir daher an dieser Stelle einen Exkurs, denn ich würde Ihnen gerne ein paar Dinge rund um das THEMA BASENFASTEN erzählen:

Unser Körper fühlt sich besonders wohl, wenn der Säure-Base Haushalt im Blut bei einem ph-Wert von 7,35-7,45 liegt. Auch der Darm mag es basisch, um reibungslos zu funktionieren.

Und hier kommt die richtige Ernährung ins Spiel. Denn über eine ausgewogene Ernährung, (Empfehlung liegt bei 80% basisch, 20% Säure) können wir diesen Wert regulieren. Säurehaltig sind beispielsweise Kaffee, Fleisch, Zucker, Weizen, Alkohol, Zucker. Basisch hingegen wären Kartoffeln, Spinat, Gurken, Obst, Rosinen.

Ich werde nun eine Woche lang 100% basisch essen und trinken. Eine solche Kur empfiehlt sich auch für drei oder fünf Tage.

Wieder zurück bei meinem Erstgespräch. Zu allererst wird mit einem Blättchen, welches ich auf die Zunge lege, mein ph-Wert gemessen. Interessanterweise bin ich bereits im oberen Teil des basischen Wertes. Gute Ausgangslage also. Dann werde ich gewogen. Es ist möglich in so einer Woche bis zu 4 Kilo zu verlieren. Der Blutdruck wird gemessen und ein paar Fragen werden beantwortet. Unter anderem was es mit den Dingen am Zimmer auf sich hat.

Hier nun die Anleitung dazu:

. Öl ziehen

Öl ziehen lässt sich vergleichen mit einer Mundspülung. Nur eben mit Öl. Ayurvedischen Schriften zufolge soll diese tägliche Prozedur entgiften und Krankheiten vorbeugen. Beim Öl sollte man auf kaltgepresste Öle setzen. Beispielsweise Leinöl, Sonnenblumenöl oder aber auch Kokosöl. Optimaler Weise sollte man morgens täglich 3-5 Minuten das Öl im Mund hin und her bewegen.

Das hat mich die ersten beiden Tage etwas beschäftig, weil es ein ungewohntes Gefühl ist, aber dieser Trick hat mir geholfen drei Minuten gut auszuhalten:

. Körper bürsten

Während ich drei Minuten lang Öl ziehe schrubbe ich meinen Körper mit einer Massagebürste. In kreisenden Bewegungen sollen so alte Hautschüppchen verschwinden und die festen Borsten fördern eine besonders gute Durchblutung der Haut.

. Tee trinken

Judith Egger rät mir viel zu trinken. Fragt man wieviel viel ist, so hat sie eine Antwort parat: 32ml/Kilo.

. Zunge reinigen

Auch einen Zungenschaber habe ich am Zimmer vorgefunden. Diesen verwende ich täglich nach dem Zähne putzen. Es soll der Mundhygiene dienen und Bakterien beseitigen.

. Basenbad

Basenbäder befreien den Körper von eingelagerten Säuren in der Haut. Dafür sollte aber die Wassertemperatur in etwa 38 Grad haben und man sollte 45-60 Minuten baden! Denn erst nach 30 Minuten setzt die Säureausscheidung ein.

. Leberwickel

Die Leber hat in der Zeit des Fastens viel zu tun. Durch das Entgiften des Körpers werden eingelagerte Fett- und Eiweißdepots abgebaut. Tatsächlich kann einen ab Tag 2-3 die Leber etwas zwicken. Da hilft der Leberwickel. Dafür braucht man eine Wärmeflasche, ein kleines und ein großes Handtuch. Man füllt heißes Wasser in die Flasche, befeuchtet das kleine Handtuch. Dann wird dieses auf dem Bauch, dort wo die Leber ist, gelegt, darauf kommt die Wärmeflasche und dann umwickelt man alles mit einem großen, trockenen Handtuch. Entspannt genießt man das nun für ca. 20/30 Minuten.

Nun kenne ich mal die wichtigsten Grundregeln und begebe mich zu meinem ersten Abendessen – es ist 18.15 Uhr.

Was mir Judith mit auf den Weg gegeben hat: basenfasten heißt nicht hungern! Sprich, wenn einem eine Portion Suppe nicht genug ist, kann man ohne weiters eine zweite Portion bestellen. Wichtig ist, dass der Körper zwischen den Mahlzeiten seine Ruhepausen bekommt. Und da sollte man tatsächlich gar nichts essen. Auch kein Obst oder Nüsse. Denn jede Nahrungszufuhr ist für den Körper Arbeit. Im besten aller Fälle pausiert man immer fünf Stunden.

Mein heutiges, erstes Abendessen ist eine getrüffelte Sellerie Suppe mit Sellerie Stroh. Köstlich. Ungewohnt ist, dass die Suppe ungesalzen ist. Hier kann man sich aber mit Sesamsalz nachhelfen. Eine Portion reicht, ich bin satt.

Die Wasnerin ist ein wunderbares Hotel und ein ausgezeichneter Ort alleine zu reisen. Das Hotel bietet sowohl Kulinarikerinnen und Kulinarikern ein herrliches Frühstück und spannende Abend Menüs. Aber eben auch Menschen wie ich, die ein paar Tage entspannen und entgiften wollen, sind hier an der richtigen Adresse. Denn was es so angenehm macht ist, man sitzt gemeinsam mit anderen Gästen, die ebenfalls fasten, in einem gemütlichen Raum. Man kann alleine sein, wenn man das will, aber schon nach wenigen Minuten werden hier Verbündete kennengelernt und man kommt nett ins Gespräch. Insgesamt sind pro Fastenwoche bis zu acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. Die meisten reisen alleine.

Nach dem ersten Abendessen geht es für mich aufs Zimmer. Ich will ein Bad nehmen, einen Leberwickel machen, Tee trinken und den Luxus genießen im Bett fernzuschauen. Herrlich.

Montag, 6.30 Uhr

Ich bin früh auf, herrlich ausgeschlafen, bereit fürs erste Mal Öl ziehen und Körper bürsten, bevor es zum Yoga geht.

Yoga

Yoga am Ausseer See
Bild: Yoga am Ausseer See

Es werden täglich morgens und nachmittags Yoga und Medidationen angeboten. Dafür gibt es einen eigenen Raum, Matten, Handtücher – alles da. Und das Programm war sehr abwechslungsreich. Bei schönem Wetter wird auch Yoga am Ausseer See angeboten.

8.30 Frühstück

basisches Frühstück
Bild: basisches Frühstück

Eventuell das einzige was mich in dieser Woche Überwindung gekostet hat, ist das basische Frühstück. Porridge, Müsli, Früchte – alles warm. Für manche der kulinarische Himmel auf Erden. Ich hingegen liebe Eier, Käse, Brot. Doch schon nach zwei Tagen stelle ich fest: Diese Art von Frühstück gibt einem irrsinnig viel Energie.

11 Uhr Körper Behandlung

Bauchbehandlung mit Heupackung – ich wusste nicht was mich erwartet, aber wenn man es einmal erlebt hat, will man es immer wieder.

Nun: Bei dieser Behandlung geht es um die sanfte Massage des Bauches, welche eine unterstützende Maßnahme für die Verdauung ist. Anschließend an diese wechselt man den Raum, legt sich auf ein Bett, welches sich dann per Knopfdruck in eine Art Wasserbettschaukel verwandelt. Diesen schwebenden Zustand genießt man dann für weitere 20 Minuten. In der Zeit ist die Leber mit einem warmen Heukissen umwickelt. Unglaublich entspannend!

Diese Behandlungen konnte ich in dieser Woche täglich genießen:

  • Lymphdrainage – Diese Art der Behandlung hilft angestaute Lymphflüssigkeit im Gewebe sanft abzuführen.
  • Detox Körperbehandlung – Hier wird massiert und mobilisiert. Der Körper wird, man könnte sagen, in die richtigen Bahnen gelenkt.
  • Körperarbeit nach Dr. Trager – Mit dem eigenen Körpergewicht und dem Öffnen der Gelenke wird eine tiefe Entspannung hervorgerufen.

Einen Tag Basenfasten kann man sich in etwa so vorstellen:

  • 6.30 Aufstehen, Öl ziehen, Körper bürsten
  • 7.15 Yoga/Meditation
  • 8.30 Uhr Frühstück

Vormittag ruhen, schwimmen, Sauna, spazieren, Körperbehandlung,…

  • 13.30 Mittagessen

Mittags bekommt man sogar zwei Gänge. Beides gemüsehaltig, gedünstet, ungesalzen, aber dafür immer mit frischen Kräutern und ganz viel Geschmack.

basisches Mittagessen
Bild: basisches Mittagessen

Nachmittags ist man speziell an den ersten drei Tagen sehr müde. Und Fastenbegleiterin Judith Egger rät hier auch wirklich zu Ruhepausen. Daher genieße ich diese Zeit lesend oder schlafe ein, zwei Stunden.

  • 18.15 Abendessen
  • 19 Uhr Sauna

Der Spa Bereich hat immer bis 20 Uhr geöffnet und da sind dann die meisten Hotelgäste bereits beim Dinner. So können Basenfasterinnen wie ich, die ja schon etwas früher essen, dann eine Stunde Sauna, Whirlpool und Dampfbad ganz für sich genießen.

  • 20.30 Uhr Basenbad
  • 22 Uhr Gute Nacht

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir diese Woche mehr als gutgetan hat. Mir war keine Sekunde langweilig, ich habe kaum gehungert, eventuell hie und da Gelüste verspürt – Kaffee und Kuchen – doch volle sieben Tage durchgehalten. Das alleine reisen war eine bereichernde Erfahrung, die ich garantiert wiederholen werde!
Abgenommen habe ich nur 1,5 Kilo, netter Nebeneffekt, aber das Energie Level nach so einer Woche ist gigantisch. Ich habe meinen Zustand mit dem eines jungen Hundes, der auf der Wiese spielen will, verglichen. Unkaputtbar.

'