Daniela Razocher

Energietankstellen: Aufladen im Alltag

Ob Katzenvideo, frisches Wasser oder ein Ortswechsel: Energietankstellen helfen uns durch fast jedes Tief.
Pfinghstrosen
Manchmal wirkt es bereits Wunder, Blumen zu gießen. (Foto: Bogdan Kurylo / getty images)

Es ist nicht so einfach, aus einem Energietief wieder herauszufinden. In diesen Momenten erscheint einfach alles anstrengend. Der Kopf brummt, die Augen sind müde, die Beine schwer. Und im unteren Rücken hat sich diese Starre breitgemacht. Man fühlt sich müde und steht gleichzeitig unter Strom, weiß nicht, welchen Knopf man drücken soll, um wieder in die Entspannung zu kommen. Ich bin mir sicher, du kennst solche Momente, wo nichts mehr geht und alles mühsam ist, oder? 

Ich bin auch sicher, dass du eigentlich weißt, was du brauchst, um deine Batterien wieder aufzuladen. Das Problem ist meistens nicht, dass wir es nicht besser wüssten, sondern dass wir uns in der Situation nicht daran erinnern, dass wir uns zwei Minuten Pause zum Verschnaufen gönnen, ein Telefonat mit einer lieben Person führen oder uns mal kurz die Beine vertreten können.

Energie folgt Aufmerksamkeit

Ich habe mich oft gefragt, warum das so ist, bin aber noch nicht zu einer wirklich befriedigenden Antwort gekommen. Die gibt es wahrscheinlich auch nicht, weil ich in dem Fall auf der Suche nach der Erklärung bin – und nicht nach der Lösung. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Das heißt: Vielleicht kann ich die Ursache identifizieren. Nur: Ich habe deshalb noch lange keine Antwort darauf, wie ich mich jetzt wieder energiegeladen fühlen kann. Unter Umständen habe ich jetzt sogar noch mehr Grund, mich müde zu fühlen.

Nimm dir einen Moment Zeit, um nachzudenken, welche Energiespender sich in deinem Alltag befinden.

Du siehst, das mit dem Drüber-Nachdenken kostet auch Energie. Und gar nicht wenig, denn das Gehirn ist das Organ mit dem größten Kalorienverbrauch. Aber jetzt genug mit dem kleinen Ausflug in die unnütze Ursachenforschung. Eine viel bessere Strategie, um aus dem Müdigkeitstief wieder aufzusteigen, ist es, sich auf das zu besinnen, was für dich als Energietankstelle funktioniert, und dir eine Ladung davon abzuholen, wenn du es brauchst. Fällt dir spontan etwas ein, was dir Energie gibt? Etwas, was deine Stimmung bessert und dich mehr Leichtigkeit spüren lässt?

In einem ruhigen Moment, wo weder Stress noch Erschöpfung akut sind, nimm dir einen Moment Zeit, um nachzudenken, welche Energiespender sich in deinem Alltag befinden. Und dann: Schreib deine Energietankstellen auf.

Jedem seine Schatzkiste

Hier sind ein paar körperliche Beispiele aus meiner Schatzkiste:

Natürlich gehen diese Strategien weit über das Körperliche hinaus, es kann sein, dass du dir lieber eine Portion Humor von einer Witzeseite holst oder ein Katzenvideo auf YouTube ansiehst oder an das Lachen eines Kindes denkst oder schlicht und ergreifend: Blumen gießt. Was auch immer funktioniert, schreib es auf die Liste deiner persönlichen Energietankstellen.

Im Fall eines Energietiefs kannst du aus dieser Liste von Energietankstellen auswählen. Und wieder durchstarten.

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