Was ist Bonding fürs Baby?

Bonding kann ganz viel bringen – für Mama und Baby. Wie es funktioniert und warum es viel mehr als ein neuer Babytrend ist.

Die Schwangerschaft kann für werdende Mamas (und Papas) ganz schön aufregend sein: Fragen wie „Darf ich mit Baby laufen gehen“ und „Was essen in der Schwangerschaft?“ wollen beantwortet werden und krempeln den Alltag einer Schwangeren um. Doch wie geht es nach der Schwangerschaft weiter? Was mache ich, wenn mein Baby endlich auf der Welt ist? Am besten erst einmal das: Bonding mit dem Baby!

Was ist Bonding?

Bonding bedeutet auf Deutsch „Bindung“ und bezieht sich auf die entstehende Bindung zwischen Baby und Eltern. Schon während der Schwangerschaft können Mama und Papa diese fördern, indem sie viel mit ihrem Ungeborenen sprechen und sanft den Babybauch streicheln. Es fällt dem Kleinen dann nach der Geburt leichter, die Stimmen Papa und Mama zuzuordnen.

Meist beziehen sich Fachleute mit dem Begriff „Bonding“ aber auf die Kennenlernphase von Eltern und Kind direkt nach der Geburt. Und so geht Bonding: Ist das Baby geboren, wird es nackt auf den nackten Oberkörper von Mama oder Papa gelegt – waschen, wickeln und anziehen können erstmal warten. Denn: In den ersten beiden Stunden nach der Geburt produzieren Mama und Baby besonders viel Oxytocin, auch bekannt als Kuschelhormon. Das Hormon intensiviert die Bonding-Erfahrung. Es darf jetzt also gekuschelt werden, was das Zeug hält.

Durch den nackten Hautkontakt, die sanften Streicheleinheiten, die vertrauten Stimmen von Mama und Papa, das erste Mal die Eltern riechen, den vertrauten Herzschlag der Mutter spüren entsteht beim Kind ein tiefes Gefühl des Geborgen- und Willkommenseins. Das nennt man Urvertrauen. Und genau dieses Urvertrauen entwickelt ein Baby mithilfe der Bonding-Erfahrung.

Was bringt Bonding mit dem Baby?

Neben der Entwicklung von Urvertrauen kann Bonding zahlreiche weitere Auswirkungen auf Mutter, Baby und ihre Bindung zueinander haben. So leiden Bonding-Mütter seltener unter einer Wochenbettdepression. Auch das Selbstvertrauen der Mama in Bezug auf ihre Mutterrolle steigt. Mit dem Bonding verbessert sich die Mutter-Kind-Beziehung im Allgemeinen. Zudem profitiert Babys Gesundheit: Bonding sorgt für einen stabileren Glukosespiegel im Blut, eine ausgeglichenere Körpertemperatur und ein insgesamt entspannteres und ruhigeres Baby.

Auch das erste Stillen wird durch Bonding erleichtert: Es gelingt während des Bondings oft wie von selbst. Nach einer halben Stunde Bonding etwa sucht das Neugeborene intuitiv nach den Brustwarzen der Mutter. Es beginnt sich dorthin zu schieben und findet mithilfe von Tasten, Riechen und Sehen schließlich die Nahrungsquelle. Frühes Stillen nach der Geburt bringt wiederum die Geburt der Plazenta in Gang.

Bonding nachholen: Geht das?

Bonding mit dem Baby direkt nach der Geburt ist nicht immer möglich. Wenn Mama (und Papa) zu erschöpft sind, sich von der Geburt erholen müssen oder erstmal Wunden versorgt werden müssen – kein Problem: Bonding kann man nachholen. Kann nur die Mama nach der Geburt nicht bonden, übernimmt der Papa das Bonding vielleicht alleine. Er legt sich dazu das Baby auf die nackte Brust, streichelt es sanft, spricht mit ihm – wie die Mama es auch machen würde.

Fällt das Bonding nach der Geburt komplett weg, sind Hopfen und Malz immer noch nicht verloren. Denn: Ja, Bonding kann man nachholen. Beliebt ist zum Beispiel das Bonding-Bad: Das Neugeborene wird zuhause neben dem Bett der Mama gebadet und anschließend nackt auf Mamas nackten Oberkörper gelegt. Hiermit wird quasi die verpasste Bonding-Situation nachgestellt. Ansonsten gilt: Kuscheln, kuscheln, kuscheln. Trage dein Baby möglichst oft im Tragetuch, halte es auf dem Arm, streichele es, sprich mit ihm – vor allem in seinen ersten Lebenswochen und -monaten ist das das Beste, was du tun kannst, um eine starke und sichere Bindung zu ihm aufzubauen.

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