Ist Baby led weaning etwas für uns?

Ob Baby led weaning die richtige Methode für dich und deinen Säugling ist, entscheidest du nicht alleine: Dein Kind hat da einiges mitzureden. Worauf du dich jetzt einstellen kannst:

Die Reihenfolge scheint gesetzt: Erst bekommt Baby Muttermilch, danach Brei. Und irgendwann isst das Kind das normale Familienessen. Doch seit einigen Jahren mischt eine Alternative zum Brei mit: Baby led weaning. Eins vorweg: Ja, das kann eine Sauerei werden …

Was bedeutet Baby led weaning?

Baby led weaning heißt übersetzt: „Baby-geleitete Entwöhnung”. Im Mittelpunkt steht die Selbstbestimmtheit des Säuglings. Das Kind soll demnach aus einer Auswahl gekochter oder gedünsteter Nahrung selbst entscheiden, was es zu sich nehmen möchte. Zu Beginn eignen sich diverse Obst- oder Gemüsesorten sehr gut.

Nach und nach kann aber auch festere Nahrung, so wie Fleisch, integriert werden. Üblicherweise werden die Lebensmittel in eine Größe geschnitten, die das Baby schon gut greifen und daran lutschen kann. Mit der Zunge zerdrückt es die weichen Stücke dann am Gaumen, bevor es sie schluckt.

Der richtige Zeitpunkt fürs selbstbestimmte Essen

Ob Brei oder Baby led weaning: Wann Familien mit der Beikost starten, ist durchaus verschieden. Wer sich gegen Brei entscheidet (den man meist zwischen dem vierten und fünften Lebensmonat einführt), sollte vor dem Baby led weaning beobachten, wie die Hand-Mund-Koordination des Babys ist – und wie es auf das Essverhalten der anderen Familienmitglieder reagiert.

Je aktiver das Interesse, desto eher ist der Säugling bereit. Grundsätzlich heißt es aber: Mit der selbstbestimmten Form der Beikost, bei der Baby selbst nach dem Essen greift und daran lutscht, beginnt man etwas später als mit Breikost. Also etwa um den sechsten Lebensmonat herum.

Baby led weaning konkret

Verfechter des selbstbestimmten Babyessens sagen: Wer sich für die stoffliche Babynahrung entscheidet, sollte komplett auf Brei verzichten. Eben weil die selbstbestimmte Nahrungsaufnahme des Kinds im Fokus stehen solle. Doch in der Praxis können Familien Brei und feste Kost durchaus kombinieren. Worauf man sich fix einstellen kann: Beim Essen wird es womöglich zugehen – und viele Stücke der weich gekochten Nahrung, die Baby eigentlich in den Mund befördern soll, werden am Boden landen.

Was grundsätzlich vorkommen kann: Dass sich der Säugling verschluckt. Vor dieser Sorge hilft es jedoch zu wissen: Bei Babys setzt der Würgereflex im Mund weiter vorne ein als bei Erwachsenen – es flutscht also vorne schon wieder heraus, was zu groß ist und noch gar nicht tief im Rachen steckte. Dennoch gilt es beim Baby led weaning darauf zu achten, nur Essen zu reichen, das wirklich weichgekocht ist – und bei dem sich Eltern sicher sind. An Brot beispielsweise verschlucken sich jüngere Babys recht schnell. Die wichtigste Regel ist: Vertrau auf dein Gefühl und dein Baby. Und lass ihm Zeit.   

Baby led weaning in der Kritik

Wenn so einiges an Nahrung unterm Tisch landet, stellt sich die Frage: Nimmt das Baby genug Nährstoffe zu sich? Davor warnen Ärzte, da besonders Säuglinge von Mängeln betroffen sind. Diese Warnung relativiert sich allerdings, wenn man Baby led weaning als Ergänzung des regulären Speiseplans betrachtet. Sprich: Im ersten Lebensjahr deckt die Mutter- oder Flaschenmilch den Bedarf an Energie und Nährstoffen. Weiters spricht nichts dagegen, zusätzlich zum Baby led weaning Brei zu füttern, falls man sich um Mangelernährung sorgt.

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