Das Abc des Schlafs

Ein kleiner Überblick zu Ursachen und Wirkungen eines der größten Wunder des Menschen.
von Martina Bachler | 2. Juli 2019

Müllabfuhr

In den vergangenen Jahren hat der Schlaf auch diesen Beinamen bekommen. Während wir schlafen, ist unser Gehirn damit beschäftigt, Überflüssiges auszusortieren. Und damit sind nicht nur Informationen gemeint: Über ein lymphähnliches System spült es nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte aus dem Hirngewebe in die Venen, und der Blutstrom transportiert diese dann ab. Wissenschaftler vermuten nun, dass Krankheiten wie Alzheimer leichter entstehen, wenn diese „Müllabfuhr“ gestört ist und sogenannte Amyloid-Plaques nicht weggespült werden – was bei Schlafstörungen zum Beispiel auftreten kann.

Nickerchen

Es gibt Leute, die darauf schwören – und auch zahlreiche Studien belegen es: Der kurze Schlaf zwischendurch kann unsere Leistungsfähigkeit steigern, das Herz-Kreislauf-Risiko senken und für Zufriedenheit sorgen. 10 Minuten können laut Schlafforscher Hans-Günter Weeß bereits ausreichend sein, mehr als 30 Minuten machen uns hingegen schlapp und müde. Am sinnvollsten sei das Power-Napping am frühen Nachmittag.

Ohne Schlaf

264 Stunden und 24 Minuten – so lange hat es Randy Gardner, ein damals 17-jähriger US-Amerikaner, 1965 in einem medizinisch und wissenschaftlich überwachten Versuch ohne Schlaf ausgehalten und damit einen Rekord aufgestellt. Aus Angst vor gesundheitlichen Folgeschäden wurden solche Versuche nicht mehr oft wiederholt. Schließlich waren die Auswirkungen auch für Gardner verheerend: Schon am zweiten Tag konnte er nicht einmal mehr fernsehen, weil seine Augen nicht fokussieren konnten. Bald verlor er Orientierungs- und Gleichgewichtssinn, die Stimmung kippte, die psychische Belastung war enorm. Nicht umsonst wird Schlafentzug als Foltermethode eingesetzt. Im Extremfall kann dies sogar bis zum Tod führen.

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