4 Dinge, die unsere Frühlingsgefühle aus dem Winterschlaf holen

Wenn sich die ersten zarten Blüten aus dem Boden wagen, regen sich auch beim Menschen die Lebensgeister. Doch wie funktioniert dieses Zusammenspiel des Neubeginns?
Frühlingsgefühle: gut gelaunte junge Frau
Bild: Unsplash

Wir Menschen lieben Abwechslung. Auch der zauberhafteste Winter, auch der herrlichste Schnee wird uns irgendwann einfach langweilig. Der Beginn des Frühlings flutet unsere Sinne und Synapsen mit neuen Reizen: Sein Licht wirkt auf unsere Hormone, seine Farben und Düfte beeinflussen unsere Psyche. Wir haben bei Wissenschaftlern nachgefragt, was hinter dem Potpourri an Empfindungen steckt, die wir „Frühlingsgefühle“ nennen.

. Ausgesprochen glücklich
Frühling: Blühende gelbe Blumen
Bild: Unsplash

Wenn uns Abwechslung so guttut, warum hüpft das Herz dann nicht bei jedem Wechsel der Jahreszeit? Weil der Frühling eine herausragend gute Propagandaabteilung hat: praktisch alle Dichter! Die sprachlichen Bilder, mit denen wir unsere Umgebung beschreiben, wirken ganz stark auf uns. „Wachsen“, „aufblühen“, „sprießen“ – die Kraft dieser Wörter trägt den äußeren Frühling in unser Inneres.

. Wir werden farbenfroh
Blühende Wiese in einem Wald im Frühling
Bild: Edwerb Webb/ Gallerystock

Krokusse leuchten in Hellblau, Dunkelblau und Gelb. Buschwindröschen überziehen die Wiesen als blassrosa Tupfenteppich. All das tut uns gut: Bunte Vielfalt ist Balsam für Geist und Seele, während sich farbliche Eintönigkeit nachweislich aufs Gemüt schlägt. (Arktisforscher, zum Beispiel, bekommen nach einiger Zeit im ewigen Weiß emotionale Probleme.) Und dann ist da noch die Leitfarbe des Frühlings: Grün vermittelt Sicherheit und entspannt uns.

. Unser Gehirn riecht mit
Bild: Jonas Jungblut/ Gallerystock

Betörender Frühlingsduft? Nun ja… Wenn der Schnee schmilzt, gibt die apere Erde gefrorene Duftmoleküle frei: Moose und verrottete Herbstblätter riechen dank Wärme und Schmelzwasser intensiver – wenn auch nicht besonders gut. Genau genommen riecht der Frühling sogar ein bisschen modrig. Aber wir lieben diesen Geruch, weil er seit vielen Jahren im Hippocampus gespeichert ist, dem Erinnerungszentrum unseres Gehirns. Wir verbinden ihn mit allen Freuden, die der Frühling mit sich bringt.

. Frühlingsgefühle: Berauscht vom Hormoncocktail
Gelbe Frühlingsblume
Bild: Gallerystock

Schluss mit dem Winterschlaf! Das mit jedem Tag stärker werdende Sonnenlicht sorgt für einen Frühjahrsputz im Hormonhaushalt: Der Körper drosselt tagsüber das Müdigkeitshormon Melatonin. Stattdessen schüttet er mehr vom Glückshormon Serotonin und vom Antriebshormon Dopamin aus.

Fachliche Beratung bei:
PROF. DR. H. C. HELMUT SCHATZ, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), der Wissenschaft für Hormone und Stoffwechsel
DR. BARDIA MONSHI, Psychologe, hypnosystemischer Coach
und Gründer des Instituts für Vitalpsychologie

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