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Die Wirkung von Mikroalgen – echtes Superfood oder Hype?

Spirulina, Chlorella & Co werden im Gegensatz zu Speisealgen ausschließlich als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Über ihren Nutzen wird diskutiert.
Spirulina-Pulver (Foto:
lucentius / getty images)

Spirulina

Die blaugrüne Spirulina ist eine der ältesten Lebensformen dieser Erde. Das in ihr enthaltene Protein gilt als „vollständig“, da es alle lebensnotwendigen Aminosäuren enthält – für pflanzliche Proteinquellen ist das sehr ungewöhnlich. Ob Spirulina tatsächlich eine antioxidative Wirkung hat oder gar das Immunsystem stimuliert, ist wissenschaftlich (noch) nicht belegt. Reich an Spurenelementen wie Kalzium, Eisen und Magnesium ist sie auf jeden Fall. Spirulina gibt es auch aus Bio-Aquakultur, hochwertige Produkte daraus werden im lichtgeschützten Violettglas verkauft.

Chlorella

Auch die grüne Chlorella existiert schon seit über zwei Milliarden Jahren. Im Gegensatz zu Spirulina kann sie ausschließlich in Süßwasser gedeihen. Ihr sagt man entgiftende Wirkung nach, Komplementärmediziner verwenden sie häufig als Mittel zur Schwermetallausleitung. Ausreichend belegt ist das noch nicht.

Neuere Studien zeigen allerdings, dass es zu einem hohen Gehalt an Vitamin B12 in der Chlorella-Biomasse kommen kann. Die weniger bekannten Schizochytrium-Arten beinhalten große Mengen an wichtigen Fettsäuren wie EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Die Mikroalgen werden in künstlichem Meerwasser kultiviert. Auch AFA-Algen verfügen über eine hohe Nährstoffdichte, sie werden wild aus Seen und Teichen geerntet.

Die Wissenschaft
nähert sich dem Thema Mikroalgen noch vorsichtig an. Fakt ist, dass mit manchen
Produkten auch Schindluder getrieben wird, zumal sie als wahre Wundermittel für
Figur, Form und Gesundheit beworben werden. Gesund sind sie tatsächlich, Wundermittel
allerdings gehören ins Reich der Mythen.  

Kleine Austro-Algen

Das heimische Unternehmen ecoduna hat in Bruck an der Leitha die erste industrielle Produktionsanlage für Algen made in Austria eröffnet, eine zweite folgt bald – denn das Geschäft mit den Mikroalgen boomt. Sonnenlicht, biogenes CO2, Nährstoffe und Trinkwasser aus Österreich sind ausreichend, um Algenprodukte für verschiedenste Anwendungen in der Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Tierfutterindustrie herzustellen. Alle Produkte in Form von Pulver oder Extrakten sind vegan und frei von Gentechnik.

Seit 2015 produziert auch spirulix im Land: Deren Spirulina-Algen werden auf einer Farm mit Fokus auf Umweltschutz in Sitzenberg-Reidling, Niederösterreich, produziert.

Disclaimer

Wer an einer starken Überfunktion der Schilddrüse leidet
oder an Unterfunktion durch chronische Immunthyreoiditis Hashimoto sollte wegen
dem hohen Jodgehalt der Algen (Ausnahme: Chlorella) vor dem Konsum seinen Arzt
befragen.

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