Was macht das Smartphone mit der Eltern-Kind-Beziehung?

Zwischendurch schnell E-Mails checken, ein Telefonat führen oder durch die Nachrichten scrollen: Auf die Eltern-Kind-Beziehung nimmt unser Smartphone-Verhalten mehr Einfluss, als man denkt.

Heutige Kinder kennen uns Eltern gar nicht ohne: Ohne Smartphone als ständigen Begleiter. Mittweile nimmt auch die Wissenschaft in den Fokus, wie sich die Technik auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt: Was macht es mit dem Nachwuchs, wenn Mama und Papa wertvolle gemeinsame Zeit unterbrechen, um rasch einen Blick aufs Smartphone zu werfen?

Diese Frage beschäftigte die US-Forscher Professor Brandon T. McDaniel und Dr. Jenny S. Radesky, die die Ergebnisse ihrer Studie in der Zeitschrift „Pediatric Research“ veröffentlichten. Insgesamt 337 Elternteile mit einem Kind bis zu fünf Jahren beantworteten Online-Fragebögen, um den Einfluss digitaler Geräte auf das Verhalten von Eltern und Kindern zu untersuchen – mit überraschendem Ergebnis. 

Technoference beeinflusst die Beziehung zwischen Eltern und Kindern

So kann es die Eltern-Kind-Beziehung durchaus negativ beeinflussen, wenn Eltern ihrem Smartphone zu viel Aufmerksamkeit schenken. Technoference – so bezeichnen die Autoren Störungen durch technische Medien – macht eben etwas mit der Stimmung. Die Studie zeigt auf: Nahezu in allen Familien gibt es Unterbrechungen der Interaktion – mindestens einmal am Tag, häufig auch öfter. Mit deutlichen Folgen: Nicht nur sind Eltern und Kinder gestresster, auch das Verhalten des Nachwuchses spricht Bände: Unruhe, Frustration und Wutanfälle nehmen zu.

Störungsfreie Eltern-Kind-Beziehung: Was muss anders werden?

Für eine gelungene Eltern-Kind-Beziehung ist es natürlich nicht nötig, sämtliche technische Gerätschaften aus dem Haushalt zu verbannen. Vielmehr geht es wie so oft im Leben um das richtige Maß. Das macht Reflexion und eventuell die eine oder andere kleine Verhaltensänderung notwendig:

  • Kinder sind soziale Wesen und als solche brauchen sie Interaktion und Beziehung. Das bedeutet nicht, dass Mama und Papa rund um die Uhr verfügbar sein müssen. Schenken sie dem Nachwuchs aber ihre Aufmerksamkeit, sollte diese ungeteilt sein.
  • Daher gilt: den eigenen Umgang mit technischen Medien reflektieren. Tatsächlich zücken wir Smartphone und Co. vermutlich weit häufiger, als wir annehmen. Im Sinne einer ungestörten Eltern-Kind-Beziehung sind technikfreie Zeiten beziehungsweise Orte sinnvoll. Ob beim Abholen aus dem Kindergarten, am Spielplatz, am Mittagstisch oder beim gemeinsamen Vorlesen am Abend – Details entscheidet jede Familie für sich.
  • Bitte nicht dem Irrglauben aufsitzen, dass Multitasking funktioniert. Nichts anderes ist es, wenn man während der Interaktion mit dem Nachwuchs Mails oder Social Media checkt. In Wirklichkeit hat davon niemand etwas. Also besser eines nach dem anderen und dafür mit 100 Prozent Aufmerksamkeit.
Magazin-Cover
Abo

Entdecke dein
carpe diem
für zu Hause!

Hier bestellen