Gabriele Kuhn

4 Dinge, die du über den Geschmackssinn deiner Zunge wissen solltest

Warum die Zunge keine Geschmacksland­karte ist und Babys nichts Bitteres mögen.
Illustration für Geschmackssinn Zunge: Illustration einer Weltkugel als Suppenschüssel, in die eine Hand Gwürze streut
Bild: Carolin Eitel

„Eine feine Zunge haben“ oder „mit Engelszungen sprechen“ – die Zunge ist ein wahres Multitalent. Der extrem bewegliche Muskel hilft uns nicht nur beim Sprechen und beim Kauen, sondern spielt vor allem für unseren Geschmackssinn eine große Rolle.

Knospen des Geschmacks

Entscheidend für unser Geschmackserlebnis ist die Zunge. Auf diesem Muskel – und auf dem Gaumensegel – finden sich 60 bis 120 Ge­schmackspapillen, von denen jede mehr als
100 beerenförmige Geschmacksknospen ent­hält. Die wiederum wer­den aus 50 bis 100 Ge­schmackssinneszellen gebildet.

Neues Wissen

Lange dachte man, die Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig und bitter würden auf ver­schiedenen Zonen der Zunge wahrgenommen. In Lehrbüchern fanden sich entsprechende „kartografische“ Dar­stellungen der Zunge mit den angeblichen Geschmackszonen. Dies ist mittlerweile wissen­schaftlich widerlegt: Alle Geschmacksqualitäten sind relativ gleichmäßig auf der Zunge verteilt. Jede Geschmackspapille reagiert auf mehrere, meist auf alle vier Ge­schmacksqualitäten.

Die Alarmanlage im Mund

Der Geschmackssinn unserer Zunge hat uns Menschen stets davor bewahrt, schädliche, also zum Beispiel verdorbene Nahrung aufzunehmen. Besonders sensibel re­agieren wir auf Bitteres, denn dies signalisiert Ge­fahr: „Achtung, giftig!“ Das ist der Grund, war­um Babys nichts Bitteres mögen. Später gewöhnen wir uns daran und lernen die Geschmacksnote mit­unter auch zu schätzen. Für die Verdauung sind Bitterstoffe sogar nötig.

Der Hang zu Süßem

Der Geschmackssinn unserer Zunge bevorzugt besonders energiereiche Nahrung. Unsere heutige Vorliebe für Schoko und Bonbons sorgte in früheren Zeiten dafür, dass wir als Spezies überhaupt überlebten: Zucker bedeutet für den Körper jede Menge schnell verfügbare Ener­gie – und davon konnte unser Organismus über Millionen von Jahren nicht genug bekommen. Die süße Power lässt sich nicht nur sofort nützen, sondern für schlechte Zeiten in den Depots um Bauch und Hüften anlegen.

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