Tanzen für die Leber: So verhilfst du dir zu einem besseren „Qi“

Was die Leber vor allem mag, ist Freiheit – zumindest aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin. Ein wenig wild zu sein kann da schon helfen.
Frau tanzt in der Sonne auf Wieser
Bild: Getty Images

Zum Thema „Tanzen“ kursieren unzählige Sprüche. Wer kennt diesen: „Wenn das Leben uns in die Knie zwingt, tanzen wir Limbo!“ Ein Gedanke, der perfekt zu diesem Thema passt.

Mit mehr Schwung durchs Leben

Salopp gesagt: Du solltest immer wieder mal die Sau rauslassen. Wild sein! Auf alles pfeifen, unvernünftig, blöd und unangepasst sein. Dazu gehört beispielsweise, eine Nacht durchzutanzen. Irgendwo in einem Club, bei einer Party – frei, ungezähmt, laut, verrückt. Aber auf keinen Fall nach dem Motto „Rückplatz-seit-seit“, wie in Tanzschulen üblich. Das Wichtigste dabei: laut singen – und sich bitte ja nicht überlegen, was andere womöglich denken könnten.

Die Lebensenergie fließen lassen

Denn in der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Leber als „Motor des Lebens“ betrachtet. Sie ist es, die die Lebensenergie „Qi“ als treibende Kraft in Schwung bringt und frei fließen lässt. „Die Leber hat zum Thema, das gezeugte Wesen ins Leben zu bringen und heranwachsen zu lassen“, heißt es dazu im Buch „Psychosomatik der Chinesischen Medizin“ von Klaus-Dieter Platsch. Wenn also etwas charakteristisch für die Leber ist, dann ist es die Bewegung.

Die Leber hat zum Thema, das gezeugte Wesen ins Leben zu bringen und heranwachsen zu lassen

Dr. Klaus-Dieter Platsch, Arzt für Innere und Chinesische Medizin, Psychotherapeut

Im Rahmen der fünf Elemente wird sie dem Element „Holz“ zugeordnet. Holz ist Frühling, ist Wachstum, die Dinge sind im Werden, in Bewegung und Freiheit. Die Leber braucht also Weite, damit es ihr gut geht und die Lebensenergie harmonisch fließt. Jegliche Form der Enge, des Drucks, der Pflicht, des „Müssens und Sollens“ schnürt sie ein.

Jetzt ist es aber so, dass wir nicht immer nur tun können, was wir wollen oder was uns gerade so einfällt. Wir sitzen nun mal an unseren Schreibtischen, funktionieren, leisten, sind gestresst, gehetzt, machen zu wenig Bewegung, fühlen uns „eingespannt“,  „emotional gestaut“ und wollen es unseren Chefs (oder Partnern) recht machen. Wenn das immer nur so dahingeht, erliegt der „Energiefluss“ irgendwann – „Leber-Qi-Stagnation“ heißt das in der TCM – wir sind eingeengt, kontrolliert, unsere Wut und Lebensimpulse werden unterdrückt. Man hat nonstop schlechte Laune, ist gereizt, fühlt sich gestresst und unzufrieden. Menschen mit „Leber-Qi-Stagnation“ haben aufgehört, ihre Sehnsüchte zu leben.

Deshalb ist das Wichtigste, sich endlich wieder einmal befreit zu fühlen – unvernünftig, aber authentisch, aus dem Bauch heraus – zu sein! Richtig guten Sex zu haben, gehört da auch dazu. Am besten eine ganze Nacht lang. Aber das ist eine andere Geschichte.

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