Glück kann man trainieren

Die Positiv-Denker-Bewegung der 80er Jahre ist zwar gegessen, dennoch strebt wohl jeder nach ein Quäntchen mehr Glück. Und das kann man üben. Wie das geht, weiß Glückstrainerin Heidi Smolka.
von Ines Glatz-Deuretzbacher | 7. November 2019
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Bild: Yingchou Han/Unsplash

Im Grunde ist das Leben ja ganz einfach: Das Ziel ist letztendlich, glücklich zu sein und seine Liebsten glücklich zu machen. Doch wie viel Zeit des Tages fühlen wir uns tatsächlich rundum wohl, sind zufrieden und im Einklang mit uns selbst? Was denkst du?

Das Ziel ist letztendlich, glücklich zu sein und seine Liebsten glücklich zu machen.

Die Hälfte der Zeit ganz okay

„Mindestens die Hälfte des Tages sollte man sich durchschnittlich in einer neutralen bis positiven Stimmung befinden. Das verschiebt sich in verschiedenen Lebenssituationen, wie etwa bei einem Trauerfall, und ist letztendlich auch berufsabhängig“, sagt Heidi Smolka. Sie ist Glückstrainerin und hat sich auf Positive Psychologie und Glücksforschung spezialisiert.

Je öfter man in einer Emotion ist, also etwa in Freude, umso trainierter ist das Gehirn darin.

Glückstrainerin Heidi Smolka

Mit ihren Büchern, Seminaren und Vorträgen versucht sie Menschen dazu zu verhelfen, mehr Freude in ihr Leben zu bringen. Und das funktioniert auch tatsächlich. „Aus der Gehirnforschung weiß man, dass unterschiedliche Emotionen auch unterschiedliche neuronale Netzwerke aktivieren. Je öfter man in einer Emotion ist, also etwa in Freude, umso trainierter ist das Gehirn darin“, so die Expertin.

Positive Emotionen üben

Glück kann man also zur Gewohnheit machen – umso leichter kommt man in eine gute Stimmung. Genauso wie Klavierspielen oder Italienisch könne man auch positive Emotionen üben. Genau dafür hat Smolka ein Kartenset entwickelt: den Optimismus-Trainer. Smolka: „Die Karten helfen, sich seiner Emotionen bewusster zu werden und sie auch selbst aktiv zu beeinflussen.“

Glück kann man zur Gewohnheit machen.

Neutral, glücklich oder raunzig

Der Optimismus-Trainer besteht aus nichts weiter als drei Karten beziehungsweise Tafeln, die jeweils eine von drei Zonen darstellen: Die Raunzer- die Neutral- und die Glücks-Zone.

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Bild: Annie Spratt/Unsplash

Wenn man sich seiner Gefühle bewusster wird, so ist das schon ein wesentlicher Schritt Richtung Veränderung.

Glückstrainerin Heidi Smolka

Smolka erklärt: „Die Karten werden auf den Boden oder auf den Tisch gelegt, und man wählt immer jene, die der aktuellen Verfassung entspricht. Das hilft, in die Selbstreflexion zu kommen. Wenn man sich seiner Gefühle bewusster wird, so ist das oft ein wesentlicher Schritt Richtung Veränderung.“

Man würde dadurch bewusster wahrnehmen, wie oft und wie lange man in welcher Stimmung ist. In einem zweiten Schritt gilt es dann, bei Bedarf steuernd einzugreifen und an der Stimmung aktiv etwas zu verändern. „Sie werden erstaunt sein, wie leicht das mitunter funktionieren kann“, macht die Glückstrainerin Hoffnung.

Durch den Optimismus-Trainer nimmt man bewusster wahr, wie oft und wie lange man in welcher Stimmung ist.

Die Gefühls-Zonen

  1. Raunzer-Zone (rot): Stellt jegliche unangenehme Emotion dar: raunzen, klagen, jammern oder sich beschweren. Aber auch traurig sein, einen Konflikt oder Angst haben, über ein Problem nachdenken.
  2. Neutral-Zone (grau): Diese Zone wählt man, wenn man eine Situation ganz sachlich nüchtern betrachtet und keinerlei Emotion dazu verspürt. Im Sinne von: Das sind die Tatsachen, so ist es. Diese Position hilft mitunter, sich von unangenehmen Bewertungen zu lösen – hier herrscht nüchterne Sachlichkeit. Es geht einem weder schlecht, noch gut – neutral eben.
  3. Gute-Laune-Zone (grün): Hier befindet man sich, wenn man sich über etwas freut, wenn man lacht, wenn man etwas tut, was richtig Spaß macht.

Das ist das Ziel: entspannt und happy zu sein und etwas zu genießen. Hier geht es uns gut!

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