In Partnerschaft mit
Ines Glatz-Deuretzbacher

Eisbaden: Kälte macht froh

Freiwillig ins eisig kalte Wasser? Wer sich der Herausforderung „Eisbaden“ stellt, wird mit einem Cocktail aus Glückshormonen und Schmerzhemmern belohnt.
Eisbaden: Kälte macht froh
Unsplash: Mika

Sonja Flandorfer ist die „coolste“ Frau Österreichs. Nach persönlichen Schicksalsschlägen hat sie nach einer Möglichkeit gesucht, ihr Leben und vor allem ihre Gedanken wieder neu zu ordnen – und geriet dabei an den holländischen Eisbade-Guru Wim Hof. Durch ihn wurde sie zur ersten und einzigen weiblichen Wim-Hof-Instruktorin in Österreich. „Das Eiswasser hat mein Leben verändert“, sagt sie, „Jetzt kann ich auch anderen Menschen in meinen Kursen die zahlreichen positiven Effekte näherbringen und sehe tagtäglich, wieviel Gutes es bewirkt.“ Dafür gilt es aber zunächst, Grundsätzliches zu klären: WARUM will ich mir das antun?

Das eigene Warum finden

Motive gibt es wie Sand am Meer – oder vielleicht passender: Wie Eiswürferln in der Tiefkühltruhe. Manche wollen sich ganz einfach beweisen, andere haben einen klaren Auftrag an sich selbst. So einer ist Jakob Jurek, 20 Jahre alt und Student aus Wien. Ein bis zweimal die Woche fährt Jakob an die Alte Donau, um sich der winterlichen Wasser-Challenge zu stellen: „Mein Ziel war, durch das regelmäßige Verlassen meiner Komfortzone diese sukzessive zu vergrößern“, sagt er – und dass ihm das auch gelungen sei: Herausforderungen könne er jetzt deutlich besser bewältigen. „Es fällt mir im wahrsten Sinne des Wortes leichter, einen kühlen Kopf zu bewahren. Außerdem habe ich einfach insgesamt mehr Energie.“

Rundum resistenter

Sonja Flandorfer kennt diese rundum stärkende Wirkung des Eisbadens. Wieder und wieder beobachtet sie an ihren Schülern, wie deren Selbstbewusstsein wächst. „Der Geist wird klarer und vor allem: Man ist währenddessen im Hier und Jetzt und kann die berühmten Affen im Kopf ruhigstellen.“

Auch die Gesamtkonstitution profitiert: Die Immunabwehr wird gestärkt; durch den kurzfristigen Kälte-Stress ist man danach wesentlich entspannter. Kommt der Kollege morgens mit einem Lächeln ins Büro, ein Lied pfeifend – und ragt möglicher Weise ein Handtuchzipfel aus seiner Laptop-Tasche, dann war er womöglich gerade beim feucht-fröhlichen Frösteln…

Viele Kursbesucher kommen zudem wegen des schmerzlindernden Effekts, sagt Sonja Flandorfer. Durch die Kälte würden neben dem Glückshormonen Serotonin, auch Endorphine und entzündungshemmende Botenstoffe produziert, die etwa bei Autoimmunerkankungen und Schmerzen jeglicher Art sehr helfen könnten.

Einsteiger duschen kalt

Für alle, die Kälte-Schnuppern wollen, hat die Wim-Hof-Instruktorin folgenden Tipp: „Beginnen Sie am ersten Tag nach dem warmen Duschen mit einem kalten Wasserstrahl auf die Füße. Arbeiten Sie sich Step by Step mit dem kalten Wasser langsam hoch. Am zweiten Tag sind die Waden dran.“ Besonders Mutige könnten sich dann in der Badewanne versuchen – das Leitungswasser habe aber 7 bis 10 Grad: Für Profis viel zu warm …

Wer sich weiterentwickeln möchte, dem empfiehlt Sonja Flandorfer, an der Atmung zu arbeiten. Wim Hof habe eine Technik entwickelt, mit der man die Kälte-Challenge leichter bewältige und die insgesamt leistungssteigernd sei. Diese sollte man allerdings mit professioneller Begleitung erlernen.

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