Wie wird man „lebensweise“?

Übers Leben reden. Besser noch: Das Leben spüren. Das war das Motto der „Lebensweise“ in Going, Tirol. Gemeinsam mit Bestseller-Autor Lars Amend und dem Stanglwirt lud carpe diem zu zwei Tagen voller Impulse, Inspirationen und Überraschungen.

Man weiß einfach nie, ob etwas ein Glück ist oder ein Unglück. Das lässt sich erst im Kontext der weiteren Entwicklung abschätzen, sagt Lars Amend.

Und er erzählt die Geschichte, die er schon in seinem Bestseller „It’s All Good“ geschrieben hat. (Hier nur verkürzt wiedergegeben; bei Interesse einfach das Buch lesen. Das steht sowieso auf unserer carpe diem Empfehlungs-Liste!)

Lars Amend carpe diem Lebensweise Stanglwirt
Lars Amend in seinem Element: Beim Geschichtenerzählen

Die Geschichte geht jedenfalls so:

Einem Bauer in China laufen seine einzigen beiden Pferde davon – seine Lebensgrundlage. Die Nachbarn im Dorf bedauern ihn und sagen: „Oh nein, so ein Unglück!“, doch der Bauer meint: „Ob das ein Glück ist oder ein Unglück, wird sich erst zeigen.“

Tatsächlich kommen am nächsten Tag die Pferde wieder – und mit ihnen eine Horde Wildpferde, die sich ihnen unterwegs angeschlossen haben. Nun ist der Bauer reich!

„So ein Glück“, sagen die Dorf-Nachbarn. Doch der Bauer erwidert neuerlich: „Ob das ein Glück ist oder ein Unglück, wird sich erst zeigen.“

Nun hat aber der Bauer einen einzigen, über allen Maßen geliebten Sohn. Dieser Sohn ist ein Heißsporn, und natürlich hat es ihm das Wildeste unter den Wildpferden angetan. Er versucht es zu reiten, was mit einem fulminanten Sturz endet. Fazit: Sohnemann sitzt mit gebrochenen Beinen am Sofa und fällt als Erntehelfer vorerst aus. „So ein Unglück!“, sagen die Nachbarn, „Wer soll dir jetzt am Feld helfen? Die Ernte wird verfaulen …“

Und unser weiser Bauer antwortet … Naja, was er antwortet, kannst du dir ja inzwischen denken.

Jedenfalls klopfen am nächsten Tag die Soldaten des Kaisers an. Sie wollen den Sohn rekrutieren, denn sie sammeln alle jungen Männer des Dorfes für einen Kriegszug ein. Doch als sie den Versehrten sehen, sagen sie: „Dich können wir nicht brauchen. Bleib daheim!“

„So ein Glück!“, sagen die Nachbarn …

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Lars Amend auf der Bühne des Stanglwirts

Lars Amend erzählt diese Geschichte, und rund 60 Leute, die dem Ruf von carpe diem und dem Bio- und Wellnessresort Stanglwirt gefolgt sind, hören gebannt zu. Hier bei „Lebensweise“, unserer ersten gemeinsamen Veranstaltung in Tirol, am Fuße des imposanten Wilden Kaisers, sind sie zusammengekommen, um übers Leben zu reden. Und vielleicht auch, um wieder ein bisschen mehr in sich hineinzuspüren. In der Natur geht das gut. Aufatmen. Durchatmen. Hier sein.

Der Abend mit Lars zu Nachhören im Live-Podcast

Dazu dient auch der Austausch mit Gleichgesinnten, ohne zwischengeschalteten Bildschirm, Devise: Wandern statt Zoom-Call.

Mit Lars geht’s deshalb am zweiten Tag noch zu einem Alpenchalet. Also quer durch den Wald, bis dieser den Blick freigibt auf eine idyllische Lichtung. Es darf gelacht werden, gespürt werden. Die Vögel zwitschern dazu. 

Beim Wandern über das Leben philosophieren

Zugegeben, die gemeinsame Klangschalen-Meditation, die zuletzt am Programm steht, klingt ein bisschen nach Eso-Nabelschau, nach: „Einmal Spiritualität im Schnelldurchlauf bitte!“ – also genau das Programm für hektische Großstadttiere, die eine Portion Entschleunigung noch rasch auf ihre To-do-Liste gekritzelt haben … 

Aber dann geschieht ein kleines Wunder: Es funktioniert einfach.  

Und die Entspannung, die sich während der Meditationsanleitung von Shalene Perlinger ausbreitet, ist derart umfassend, dass der eine oder die andere Teilnehmer:in von der Meditation nahtlos ins wohlverdiente Nickerchen gleitet.  
Durchatmen. 
Ankommen. 

Gemeinsames Meditieren hält eine besondere Kraft.

„Natürlich sind Begriffe wie Dankbarkeits-Tagebuch oder Achtsamkeit gerade sehr trendy“, sagt Lars, „So what? Ich führe ein Dankbarkeitstagebuch ja nicht, weil es schick ist, sondern weil es funktioniert. Wenn ich jeden Abend drei Dinge notiere, für die ich heute dankbar bin, dann kommt da eine ganze Menge zusammen. Und in Momenten, in denen ich denke: Mein Leben ist komplett scheiße und alles geht schief, dann blättere ich in dem Tagebuch und sehe: Oha! So schlecht geht es mir gar nicht. Es ist ein total einfaches Tool. Aber richtig wirkungsvoll.“ 

„Meine Mutter ist heute da“, sagt Maria Hauser, umtriebige Junior-Chefin des Stanglwirt und Initiatorin dieser beiden „Lebensweise“-Tage. „Ich habe gar nicht gewusst, dass sie kommt. Und es überrascht mich, denn sie ist – wenn man so will – komplett ‚un-eso‘. Sie lehnt so etwas ab. Aber bei Lars Amend hat sie zugehört, weil er so bodenständig ist. Kein bisschen abgehoben. Ja, es geht um spirituelle Lehren, die er aus seinem Leben gezogen hat. Aber das ist alles greifbar und fest in der Realität verwurzelt.“

„Jede Begegnung ist eine Lern-Chance“,

ergänzt carpe diem-Chefredakteurin Nicole Kolisch. „Man muss nur Ja sagen!“

Und wie um ihre Worte zu unterstreichen, tritt am Abend DJ Ötzi auf.

„Nein, das war so nicht geplant“, lacht Maria Hauser, „im Gegenteil! Als wir die Veranstaltung an diesem Termin fixiert haben, hab ich noch gesagt: Da brauchen wir am Abend einen sehr gediegenen, sanften Ausklang.“

Also Smooth Jazz, eventuell eine Harfenistin – etwas, was das zarte Pflänzchen der Ideen, das gerade in den Köpfen und Herzen der Besucher:innen zu wachsen beginnt, mit leisen Harmonien nährt. Aber das Leben ist nun mal nicht planbar. (Lars sagt das auch wiederholt in seinem Vortrag: Wir werden „lebensweise“, indem wir lernen, gelassener mit der Unplanbarkeit umzugehen.)

So hat also, just an dem Abend, an dem Maria Hauser ihr kleines Seelen-Retreat geplant hatte, ein Geburtstagsgast die Tiroler Stimmungskanone engagiert. Und irgendwie passt das dann plötzlich doch. Weil sich erst im Kontext der weiteren Entwicklung abschätzen lässt, ob etwas ein Glück oder ein Unglück ist …

„Das Leben ist leise und laut“,

sagt Maria. Es sei eben nicht entweder Spiritualität oder Party, nicht entweder Lars Amend oder DJ Ötzi. Manchmal ist es beides gleichzeitig. Und: „Es geht ums Integrieren.“

So steht er also auf der Bühne, der „Anton aus Tirol“ – und vor der Bühne, quasi im Moshpit, steht Spiritualitäts-Coach Lars Amend und rockt, als gäbe es kein Morgen.

Und die Geburtstagsgäste, gemeinsam mit den „Lebensweise“-Besucher:innen (weil es im Leben ums integrieren geht!) singen aus vollen Kehlen mit:

„Carpe diem, nutze den Tag
Sag’ ja zum Leben
Sei nicht verzagt
Leb’ im Jetzt
Schau’ nicht zurück
Mit jeder Stunde, jedem Augenblick.“

carpe diem bedankt sich beim Bio- und Wellnessresort Stanglwirt, bei BIOGENA Diagnostics® und NU Magic Water. Wir planen bereits die nächste Veranstaltung. Das Leben bleibt spannend!

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