Christbaum im Topf – eine Alternative?

Lebendchristbäume kann man sich liefern lassen, und nach dem Fest werden sie wieder eingesetzt. Wo man sie bekommt, wie man sie pflegt und wie hoch ihre Überlebenschance wirklich ist.
Christbaum im Topf
Bild: Debby Hudson/Unsplash

Es ist ein Ereignis, jedes Jahr aufs Neue: das Aussuchen und Aufstellen des Christbaums, die Freude auf den Duft der Nadelbäume, denn so riecht Weihnachten. Das liebevolle Schmücken stimmt auch die allerletzten Weihnachtsmuffel auf die besinnliche Zeit mit Freunden und Familie ein.

Ein Leben nach Weihnachten

Über 2,35 Millionen Stück kommen jedes Jahr aus österreichischer Produktion. Die liebste Art ist die Nordmanntanne, der durchschnittliche Baum im österreichischen Wohnzimmer ist 1,60 Meter groß. Doch alljährlich wiederholt sich oft auch das Bedauern darüber, dass der Baum früh Nadeln abwirft und dann nur zwei Wochen später einfach auf einen Haufen geworfen wird, irgendwo an einer der Christbaumsammelstellen.

Die gute Nachricht: Es gibt schon Alternativen zu den geschnittenen Bäumen. So kann man bei Gärtnern oder Baumschulen lebende Christbäume besorgen, die man nach Weihnachten im Garten dann einsetzt, um ihnen ein Weiterwachsen zu ermöglichen. Oder es gibt auch die Möglichkeit des Christbaumes im Topf, entweder zur Miete oder als Kauf.

  • Green Tree: Mietchristbäume zum Abholen oder Liefern
  • weihnachtsbaum.at: mit praktischer Suchfunktion nach Anbietern von Lebendchristbäumen im Topf im Umkreis
  • Gartenbau Wilhelm: im Topf gezüchtete Mietchristbäume zum Abholen oder Liefern (große Bäume ab September anfragen)

So funktioniert’s

Der Baum wird meist schon im Topf großgezogen, zu Weihnachten geliefert und im neuen Jahr wieder abgeholt. Oder man behält ihn sich ohne Aufpreis, lässt ihn im Topf stehen, am Balkon oder im Garten, und verwendet ihn im Folgejahr wieder. Lässt man den Baum abholen, dann kommt er in einen Wald und darf weiterleben, sagen die Anbieter. Um etwa 65 Euro bekommt man so einen Christbaum, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, dass ein Baum für zwei Wochen Glanz und Kerzenschein sein Leben lassen musste.

Bild: Erik Mclean/Unsplash

So hoch ist die Überlebenschance wirklich

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Die einen mäkeln, dass die Christbäume im Topf relativ klein sind.

Zum anderen erleben Topf-Christbäume zu 90 Prozent kein zweites Weihnachtsfest, und das aus den verschiedensten Gründen. Entweder weil sie schon im Vorhinein nicht „artgerecht“ gezogen wurden, das heißt, dass auf die Art der Wurzeln der Bäume nicht Rücksicht genommen wurde. So wurzelt die Nornmanntanne mit einem starken Strang nach unten, die Fichte aber ist ein Flachwurzler und damit flexibler. Oder aber die Bäume wurden von den Käufern unzureichend bzw. falsch akklimatisiert oder gepflegt. Dem kann man vorbeugen, indem man sich auf das neue Familienmitglied ein wenig vorbereitet.

Tipps für Kauf & Pflege von Christbäumen im Topf

  • Hol dir eine Fichte. Es sollte keine Tanne sein – für die Topfvariante sind Fichten zu bevorzugen. Insbesondere die Nordmanntannen sind als Tiefwurzler für den Topf nicht geeignet.
  • Wähle den richtigen Baum vom richtigen Anbieter. Bäume, die von Baumschulen angeboten werden, haben eine größere Überlebenschance, weil sie sorgsamer während ihres Wachstums immer wieder umgetopft wurden.
  • Achte auf die Größe. Erkundige dich beim Anbieter unbedingt, ob der Baum ausgegraben oder schon im Topf großgezogen wurde. Ab einer Größe von 1,20 Meter wird es problematisch, da beim Ausgraben wichtige Wurzeln gekappt werfen. Die größten Chancen auf ein Überleben haben kleine Bäume in größeren Töpfen.
  • Sollte der Baum nicht im Topf großgezogen worden sein: Erkundige dich, wann der Baum von der Erde in den Topf gesetzt wurde. Optimaler Zeitpunkt ist Oktober. Wenn er knapp vor Weihnachten umgesetzt wurde, sind seine Überlebenschancen später gering, weil dem Baum dann im Topf die frostfreie Zeit fehlt, um mit ausreichend Wasser feine Wurzeln auszubilden.
  • Regelmäßig gießen. Niemals Trockenheit aufkommen lassen, Staunässe vermeiden.
  • So kurz wie möglich in warmen Räumen lassen, auf keinen Fall neben eine Heizung stellen. Auch eine Fußbodenheizung tut den Topf-Bäumen nicht gut.
  • Licht / Schatten: Eine Fichte stellst du bis zum Fest besser in einen hellen Bereich, ist es ihr zu finster, wirft sie die Nadeln ab. Bei der Tanne ist es umgekehrt, sie hält länger im Schatten.
  • Den Baum akklimatisieren lassen. Zunächst in einen kühlen Vorraum oder Keller stellen. Möglichst erst am 23. 12. in die warme Wohnung mitnehmen. Bevor der Baum wieder auszieht, sollte man ihn wieder ein paar Tage in einen kühleren Raum stellen, damit er sich langsam an die Kälte draußen gewöhnt.
  • Steht der Baum ganzjährig im Kübel, wird Dünger empfohlen.
  • Wenn es geht, den Baum nicht länger als eine Woche im Warmen stehen lassen.
  • Alle zwei Tage sollte der geschmückte Baum mit Wasser besprüht werden, damit die Nadeln nicht zu sehr austrocknen.
  • Und Achtung: Heiße Wachskerzen können einen Baum sehr verletzen.
Frau vor Christbaum
Bild: Naitian (Tony) Wang/Unsplash

Es gilt also: Auch bei perfekter Pflege und großer Achtsamkeit in puncto Akklimatisierung und Bewässerung ist nicht gesichert, dass der Baum nach dem Weihnachtsfest weiterleben wird. Für alle, die es wenigstens versuchen möchten und nichts gegen ein kleines Bäumchen haben, ist diese Variante eine Alternative, um das schlechte Gewissen zu besänftigen.

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