Beatrice Drach

So erkennst du, ob es deinem Körper an Vitamin D mangelt

In der sonnenarmen Jahreszeit droht die Gefahr eines Vitamin-D-Mangels. Warum die Bestimmung des Vitamin-D-Wertes wichtig ist und welche Lebensmittel viel von dem Vitamin enthalten, hat Beatrice Drach herausgefunden.
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Bild: Saad Chaudhry/Unsplash

Draußen wird es früh dunkel, aber das stört dich gar nicht so. Du bist ohnedies recht müde und erschöpft und freust dich schon auf dein Bett.

Warum das nicht nur an der Jahreszeit, sondern auch an einem Vitamin-D-Mangel liegen kann, habe ich mir von meinem Mann, dem Internisten Univ.-Prof. Dr. Johannes Drach, genauer erklären lassen.

Mehr als nur ein Vitamin

Fast alle unserer Körperzellen benötigen das Steroidhormon Calcitriol. Vitamin D ist die Vorstufe dieses Hormons. Über unsere Ernährung decken wir allerdings lediglich 10 bis 20 Prozent unseres täglichen Bedarfs an Vitamin D ab. Die Hauptversorgung findet über die körpereigene Synthese statt.

Über unsere Ernährung decken wir nur 10 bis 20 Prozent unseres täglichen Bedarfs an Vitamin D ab.

Vitamin D hat einen hormonähnlichen Wirkmechanismus, weshalb das eigentlich fettlösliche Vitamin auch als Vitamin-D-Hormon bezeichnet wird. Durch seine Fettlöslichkeit kann unsere Muskulatur und unser Fettgewebe Vitamin D bis zu einigen Monaten speichern.

Das „Sonnenvitamin“

Die Bezeichnung „Sonnenvitamin“ verdankt das Vitamin D der Besonderheit, dass es unser Körper mithilfe der UVB-Strahlen des Sonnenlichts selber herstellen kann.

In der Haut entsteht aus dem Cholesterin das 7-Dehydrocholestrol und wird dann in Leber und Niere zum aktiven Vitamin D umgeformt. Im Winter wird in unseren Breiten sehr wenig Vitamin D produziert, wodurch wir auf einen gut gefüllten Speicher aus dem vorangegangenen Sommer angewiesen sind. Der Tiefstand des Vitamin-D-Spiegels wird meist gegen Ende des Winters gemessen.

Unser Körper kann mithilfe der UVB-Strahlen des Sonnenlichts selbst Vitamin D produzieren.

Wichtige Vitamin-D-Quellen in unserer Ernährung sind: fette Fische wie Hering und Makrele, Leber, Margarine (angereichert mit Vitamin D), Eigelb sowie Pilze. Mit diesen Lebensmitteln nehmen wir auf natürlichem Weg Vitamin D auf – nur leider unzureichend.

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Bild: Marvin Meyer/Unsplash

Wie wirkt sich ein Mangel aus?

Ohne Vitamin D würden wir nur etwa 15 bis 20 Prozent des Calciums zwischen den Darmepithelzellen aufnehmen. Das kann eine Beeinträchtigung der Knochendichte sowie der Knochenstabilität zur Folge haben. Wir können unserem Körper noch soviel Calcium liefern – wenn nicht ausreichend Vitamin D verfügbar ist, können wir den Mineralstoff nicht aufnehmen.

Auch unser Immunsystem wird durch das Vitamin D positiv beeinflusst.

Es ist wichtig für die Funktion unserer Muskeln und fördert die normale Skelettentwicklung. Laut verschiedenen Studien hat es sogar einen positiven Einfluss auf die Reduktion der Sturzneigung und des Frakturrisikos. Für SportlerInnen ist es ganz besonders wichtig auf einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel zu achten, da dieser auch unsere Mobilität und Leistungsfähigkeit beeinflussen kann.

Ganz allgemein gesprochen, fühlen wir uns bei einem Mangel an Vitamin D müde und schlapp.

Was kannst du dagegen tun?

Lass dir bei der nächsten Blutabnahme deinen Vitamin-D-Wert bestimmen. Eine Abklärung des Vitamin-D-Mangels sollte durch den Arzt erfolgen – dieser berät dich dann auch über die korrekte Dosierung eines etwaig notwendigen Nahrungsergänzungsmittels. Die Einnahme erfolgt in Form von Tropfen, Tabletten und Kapseln

Die Einnahme von Vitamin D richtet sich nach dem Schweregrad des Mangels und hängt außerdem von Alter, Fettmasse, Pigmentierung und Jahreszeit ab. Drei Monate nach Beginn der Supplementierung sollte ein Kontrollblutbild gemacht werden.

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