Das Abc des Schlafs

Ein kleiner Überblick zu Ursachen und Wirkungen eines der größten Wunder des Menschen.
von Martina Bachler | 2. Juli 2019
Hängematte
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Gesundheit

„Schlaf macht gesund“ ist ein Satz, den Omas gerne sagen. Wissenschaftlich belegt ist, dass Menschen, die über einen guten, gesunden Schlaf verfügen, älter werden, dass sie widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger sind, sich schneller von Krankheiten erholen und eventuell weniger anfällig für Demenzerkrankungen sind. Wer gut geschlafen hat, fühlt sich außerdem fitter, lernt leichter, sieht sogar besser – weil erholter – aus und ist besser drauf. Schlafen wir nicht gut, neigen wir nämlich auch noch dazu, negativen Dingen viel mehr Gewicht zu geben. Es kommt also offenbar nicht ganz von ungefähr, dass wir rund ein Drittel unseres Lebens verschlafen.

Hypnos

Für die Griechen zählte der Schlaf zu den Göttern. Sein Name war Hypnos, er war der vaterlose Sohn von Nyx, der Göttin der Nacht, und galt als friedlich und freundlich. Sein Zwillingsbruder aber war Thanatos – der Tod. Hypnos und Thanatos lebten in der Unterwelt. In einer der schönsten Kantaten von Johann Sebastian Bach heißt es noch Jahrhunderte später: „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder.“ Der Schlaf und der Tod – beides ist für uns Menschen oft gleich rätselhaft.

Insomnia

Die chronische Insomnie ist im internationalen Katalog der Krankheiten unter ICD-10 klassifiziert, und zwar als Ein- und Durchschlafstörung mit nichtorganischer oder mit organischer Ursache. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn man mindestens dreimal in der Woche über einen Zeitraum von mindestens einem Monat mit erheblichen Schlafproblemen zu kämpfen hat. Über achtzig Schlafstörungen sind mittlerweile bekannt.

Die Schlafforscher interessieren übrigens nicht so sehr dafür, wie ungemütlich man es nachts hat, sondern wie sich das auf den Tag auswirkt, sagt etwa Schlafforscher Jürgen Zulley. Schon kurzer Schlafentzug hinterlässt seine Spuren; wir fühlen uns schlapp und irgendwie nicht ganz auf der Höhe. Wer eine Nacht lang nur wenig geschlafen hat, ist ungefähr so eingeschränkt wie ein Betrunkener. Längerfristige Schlafprobleme führen zu Konzentrationsstörungen, wir leisten weniger. Und wenn das Problem chronisch wird, erhöht sich das Risiko für Angststörungen, Depressionen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Mit Schlafmangel ist also nicht zu spaßen.

Laut einer Umfrage der MedUni Wien hatte 2018 rund die Hälfte der Österreicher und Österreicherinnen Probleme damit, gut durchzuschlafen. Die Anzahl der Betroffenen hat sich seit 2007 verdoppelt. Jeder Zehnte leider hierzulande chronisch unter einer Schlafstörung. Sie entwickelt sich zum Massenproblem.

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