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Wenn die Katze tanzt, lächelt der Buddha. Nein, das ist nicht unser heutiges Mantra (warum eigentlich nicht?) – das hab ich bloß erfunden. Es bringt nämlich den Abschlusstag des einwöchigen Yoga-Bootcamps ganz gut auf den Punkt: Es ist ein fröhlicher Tag.

Nur damit kein Missverständnis entsteht: Das ist keine Fröhlichkeit nach dem bewährten "Ach, ist das schön, wenn der Schmerz nachlässt"-Motto (okay, vielleicht ein bisschen…) Aber so eine ganze Woche Sinn und Sinnlichkeit färbt halt auch auf die eingefleischteste Skeptikerinnen-Seele ab.

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D.I.Y. Asana

Heute starten wir mit Do-It-Yourself-Sonnengrüßen. Das ist neu. Beate meint: „Ihr habt die ganze Woche Sonnengrüße gemacht, ihr wisst im Prinzip, wie das geht. Jetzt könnt ihr es zu eurem eigenen Ding machen. Macht sie, wie es euch gerade gefällt und gut tut. Es geht ja letztlich um euch. Es geht immer nur um euch!“

Statt anzusagen, was als nächstes kommt, macht sie Vorschläge: „Von dieser Position aus könnt ihr in Ashtanga Namaskar oder in Bhujangasana gehen. Oder in Urdhva Mukha Shvanasana.“ Jetzt wär's halt super, wenn ich noch wüsste, was das alles ist. Aber wir wissen ja: Das Gesetz der Fülle ist großherzig. Es schließt alle meine Fehlinterpretationen mit ein.

In der nun folgenden Katzen-Haltung (Marjaryasana) sollen wir uns möglichst frei bewegen. „Ich nenne das die tanzende Katze“, sagt Beate. Irgendwo lächelt ein Buddha.

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Als wir den Handstand üben, singt Pharell Williams dazu, wie „Happy“ er ist.

Einmal geht's noch!

Ok, jetzt reicht's aber mit der grassierenden Hochstimmung. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier! Die Squats haben sich im Lauf der Woche beinhart auf 60 Stück gesteigert.

Mag sein, dass der oder die andere Leserin jetzt sagt: „60? Läppisch. Erst mit einer weiteren Null dran wär ich beeindruckt!“ – ich hingegen bin auch so schon ausreichend beeindruckt. Von mir. Denn am Anfang der Woche war es genau diese Null. Halt ohne die 60 davor…

Yogablöcke. Auch so eine Sache. Sie denken, die dienen dazu, leichter in die Dehnung zu kommen? Nicht im Bootcamp, Baby! Da werden sie hinter dem Rücken platziert und auf geht's: Benchdips! Und eins und zwei und drei… na los… acht gehen noch in dieser Runde!

Benchdips, Gelsen und gatschige Tomaten stehen auf der Liste von Dingen, über deren Daseinsberechtigung ich gerne mit Gott diskutieren möchte.

Ich hasse Benchdips. Echt jetzt. Benchdips, Gelsen und gatschige Tomaten stehen auf der Liste von Dingen, über deren Daseinsberechtigung ich gerne mit Gott diskutieren möchte, wenn ich ihm mal begegne. (Was hoffentlich noch länger nicht der Fall sein wird. Dafür mach ich ja Yoga.)

Anyway. Ich stelle mit einer gewissen Genugtuung fest, dass ich nicht diejenige bin, die am lautesten ächzt. Vergleiche mit anderen sind zwar nicht der Weg des Yogi zur Erleuchtung, aber man gönnt sich ja sonst nichts! (Am Anfang der Woche war ich noch die lauteste Ächzerin. Es geht also voran – wie Fehlfarben singen würden.)

Mozart und Mantras

„Wir verschränken die Knie“, sagt Beate. Mich wundert gar nichts mehr. Ich habe in diesen fünf Tagen Körperteile verschränkt, die ich für unverschränkbar gehalten habe. Ausatmen. In die Entspannung kommen. Dankbarkeit. Es war eine schöne Woche. Ich würd's wieder machen. Also, wenn's ohne Benchdips wäre. Und nicht um 7 Uhr früh. Und mit Kätzchen (das gibt's nämlich).

Aber dann: Auf jeden Fall wieder!

„Fein“, sagt Beate, „Ich freu mich auf dich. Du warst toll. Und wenn du zwischendurch diese Vibrations brauchst, hör dir ein paar Mantras an. Oder Mozart. Das ist praktisch das selbe.“

Namaste.

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