Heidi List

Bewegung locker in den Alltag einbauen – aber wie?

Unsere Autorin gibt hilfreiche Anregungen, wie man als berufstätiger Mensch mehr Bewegung in den Alltag integriert.

Es heißt, dass Menschen im Rahmen eines Arbeitstages durchschnittlich 10 Stunden im Sitzen verharren. Man glaubt das sofort, wenn man sich am Morgen seitlich aus dem Bett wutzelt, weil sich irgendwie kein Muskel verpflichtet fühlt, zu helfen. Nachdem die meisten Arbeiten den Computer mit einbeziehen, verharrt man stundenlang in der gleichen Position.

Die WHO ist der Ansicht, dass 150 Minuten leichte Aktivitäten oder 75 Minuten Sport pro Woche reichen, um sich halbwegs fit zu fühlen. Das ist gar nicht so viel.

Glücklicher und schöner durch Bewegung

Mehr Bewegung fördert die Konzentration, bei regelmäßigen Bewegungspausen wird das Gehirn einfach besser durchblutet, schützt das Herz-Kreislaufsystem, stärkt das Immunsystem. Und schafft Ausgleich zu einseitigen Belastungen, das heißt, man vermeidet Verspannungen, die man bekommt, wenn man lange in falschen Körperhaltungen verharrt. Wer sicher gehen will, wie sehr man das tut, bittet einen Arbeitskollegen darum, von Zeit zu Zeit unangekündigt ein Foto von einem zu machen. Ich habe den Selbsttest diesbezüglich absolviert und konnte feststellen, dass meine Nackenschmerzen eindeutig von einer Körperhaltung stammt, die ich „kauernder Affe“ nennen möchte. Nicht sehr elegant. Und nicht sehr gesund. Menschen, die sich häufiger bewegen, nehmen automatisch eine selbstbewusstere und aufrechtere Körperhaltung ein. Das verbesserte Körpergefühl macht außerdem gute Laune. Falls das alles noch keine Argumente sind: Bewegung lässt einen wacher aussehen und man bekommt den Glow – das berühmte Strahlen. Denn das Zwischenhirn hat die Chance bekommen, Endorphin und Seratonin zu bilden, die Glücksgefühle sind im Anmarsch. Wenn man dafür sorgt, dass sie mehrmals am Tag kommen dürfen, so sieht es im Großen und Ganzen über eine Woche schon viel fröhlicher aus, das Leben, egal welche und wieviel Arbeit man geleistet hat.

Anregungen, wie man Bewegung im Alltag integriert:

  • Das Auto weiter weg parken, oder eine Station früher aussteigen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Öffis stehen bleiben. Wer die Möglichkeit hat, könnte auch mit dem Rad zur Arbeit fahren!
  • Treppensteigen! Wer auf den Aufzug verzichtet, kann sich schon einmal auf die Schulter klopfen.
  • Sobald die Füße kribbeln: aufstehen und eine Runde drehen.
  • Dynamisches Sitzen: bewusster aufrecht sitzen, hier und da die Belastung ändern. Die Beine nicht übereinanderschlagen.
  • Wenn man ohnehin mit einem Laptop zugange ist, kann man den ab und zu in ein Regal stellen oder auf einen erhöhten Tisch, und im Stehen arbeiten.
  • Telefonate wenn möglich auch im Stehen absolvieren oder dabei sogar herumgehen.

Hinweis: Es gibt Reminder, die man sich am Desktop oder als App am Handy einrichten kann, damit man sich von Zeit zu Zeit durchstreckt und vielleicht sogar ein paar Entspannungsübungen macht.

  • Beim Brainstorming sollte man nicht auf einer Couch lümmeln, sondern ebenfalls herumgehen, denn das durchblutet die kreativen Zellen.
  • Wenn man schon unbedingt sitzen bleiben muss, so kann man sich zumindest ab und zu auf die Zehenspitzen stellen oder die Beine anheben und ausstrecken. Das nennen wir „Unter dem Tisch – Bein – Planking.“

Abends die Chance nutzen

Und sollte eines Abends wieder einmal ein Tag dabei gewesen sein, wo einfach keine Bewegung möglich war, dann hilft vielleicht ein kleiner Abendspaziergang statt der Nachspeise. Sollte jemand Kinder haben, bei denen entschuldige ich mich für diesen Tipp, das ist natürlich utopisch bei der Abendsause, die man zu bewältigen hat. Aber das ist ein anderes Thema.

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