Was Stand-up-Paddling wirklich ist (und was nicht)

Der Trendsport (kurz: SUP) unter der Lupe: Paddle-Pro Franziska König über ihre Erlebnisse auf dem Brett der Bretter.
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Bild: Getty Images

Sommer, Sonne, SUP! Die weltweit am schnellsten wachsende Wassersportart, das Stand-up-Paddling, hat Österreich und seine Seenlandschaft längst erobert. Denn es erreicht Surfer, Kayaker, Wassersport-Fans, ganz normale „Freizeitsportler“ – und mit den neuen, günstigeren Boards auch all jene mit schmaler Geldbörse. Von einer Trendsportart zum Breitensport also. Und warum ist Stand-up-Paddling jetzt so toll? Weil man nicht nur entspannt paddeln, sondern auch ein effektives Workout absolvieren, an Rennen teilnehmen oder gar Yogaübungen auf dem Brett ausführen kann. Abwechslung ist somit garantiert.

Mein Motto? Worry less, paddle more!

Franziska König, SUP-Fan

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht, die Hersteller rechnen weltweit mit steigenden Absatzzahlen in den kommenden Jahren. Und doch gibt es immer wieder Stand-up-Paddling-Skeptiker, die den Sport nicht ernst nehmen. Bekehrt werden sie unter anderem von Franziska König, 28, die mit großer Leidenschaft diverse Paddel- und Stand-up-Paddling-Anbieter online vermarktet, darunter Sup2Gether am wunderschönen Wörthersee, den abenteuerlichen Draupaddelweg und das Kajak Center Faak. Und das geht nur gut, wenn man liebt, was man tut.

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Bild: Franziska König

Paddel-Expertin Franziska König über die Magie dieser Sportart

Ihre Heimat, das Seen-reiche Kärnten, erlebte sie im Sommer früher immer nur sonnenliegend und badend. „Doch vor vier Jahren änderte sich das, als ich das erste Mal auf einem Stand-up-Paddling-Board stand. Kaum oben, paddelte ich los und erkundete fast ein Drittel des Sees. Dieses Gefühl, das Wasser unter dem Board zu spüren, fast mit den Füßen damit zu verschmelzen und jede kleine Bewegung auszugleichen. Den Speed durch die seitenwechselnden Paddelschläge zu halten und einfach im Moment sein – das alles fasziniert mich einfach. Und so fing meine Liebe zu diesem Sport an. Mittlerweile habe ich diese Liebe auch zum Beruf gemacht, da ich für Sup2Gether, den Draupaddelweg und sämtliche Partner als Social-Media-Reporterin viele tolle Abenteuer erleben darf. Dabei habe ich alle Paddelsportarten lieben gelernt.“

Dieses Gefühl, das Wasser unter dem Board zu spüren, fast mit den Füßen damit zu verschmelzen und jede kleine Bewegung auszugleichen.

SUP-Expertin Franziska König
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SUP-Expertin Franziska König in ihrem Element. (Bild: privat)

Ihr Motto heute: Worry less, paddle more! Franziska dazu: „Es gibt nichts Schöneres, als die Landschaft vom Wasser aus zu erkunden, die Natur und die Stille des Sees oder das Rauschen des Flusses zu genießen. Man bekommt einen ganz anderen Blickwinkel auf die Umgebung. Hin und wieder bin ich dabei auch in tierischer Begleitung von meinem Hund Fino.“ Begleiten wir Franzi doch auch -– in die weite Welt des Stand-up-Paddling …

3 bekannte Mythen rund ums SUP

„Das ist bloß wieder so ein Trend“

Ja und Nein. Stand-up-Paddling gibt es schon sehr lange. In Polynesien sind Fischer seit Jahrhunderten so unterwegs, und auch in Asien sind stehend vorangetriebene Bambusflöße bis heute gebräuchlich. Ebenso ist Stehrudern auf Hawaii schon lange bekannt. Der neue Hype darum ist darauf zurückzuführen, dass es nun einfach „massentauglicher“ geworden ist. Durch die neuen, aufblasbaren Boards, die es von vielen verschiedenen Marken und in diversen Preisklassen gibt, können sich einfach viel mehr Menschen eine eigene Ausrüstung leisten – und deshalb hat es nicht nur den Anschein, als würden es immer mehr werden. Kosteten starre Boards früher ab 2500 Euro, ist man heute um weniger als 300 Euro dabei. Franziska dazu: „Besonders hier in Österreich können wir einen regelrechten SUP-Boom an den Seen erleben. Aber das ist doch toll – und wenn es viele machen, muss es ja einen guten Grund haben, oder?“

„Das ist doch gar kein Sport!“
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Bild: Franziska König

Doch, doch – ganz bestimmt sogar. „Ich glaube, solche Sätze kommen generell nur von Personen, die Stand-up-Paddling noch nie probiert haben oder es eben noch nicht richtig probiert haben. Denn sich kurz für ein Selfie darauf zu stellen, ein, zwei Paddelschläge zu machen und dann das Board beim Verleih wieder abzugeben – das zählt natürlich nicht als Sport“, so Franziska König. Wer allerdings mal mindestens eine halbe Stunde bis Stunde so richtig gepaddelt ist, bei Wind und ein paar Wellen, wird sich danach garantiert nicht mehr mokieren. Nicht umsonst gibt es auch beim Stand-up-Paddling diverse Wettkämpfe und Rennen.

„Dazu braucht man Schönwetter“
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Bild: Franziska König

Auch wenn das Foto an die hochsommerlichen „Hundstage“ erinnert, weiß Franziska, dass ihre Leidenschaft völlig wetterunabhängig lodert: „Es ist zwar fein, bei 30 Grad über den See zu schippern, zwischendurch ‚versehentlich‘ ins Wasser zu fallen und sich abzukühlen, aber seid ihr schon mal im Herbst bei leichtem Nebel die Schilfufer entlanggefahren? Diese Stimmung ist ebenso einmalig und teilweise einfach unbeschreiblich. Sogar im Winter kann man mit dem Stand-up-Paddling die eisige Landschaft entdecken – dazu braucht man natürlich auch die passende Ausrüstung.“

Das ist Stand-up-Paddling wirklich:

  1. One for all: Stand-up-Paddling ist für alle Altersgruppen geeignet, eröffnet neue Perspektiven und macht einfach sehr viel Spaß. Egal ob alleine oder im Rudel.
  2. Durch die aufrechte Haltung bekommt man neue Eindrücken von Landschaft und Wasser.
  3. Leicht zu erlernen: Erste Erfolgserlebnisse stellen sich schnell ein, man bleibt gerne „dran“.
  4. Ein Allrounder: Dabei verbessert man nicht bloß Kraft und Ausdauer, es ist auch ein Stabilisationstraining und schult die Koordination, vor allem den Gleichgewichtssinn.
  5. Eine Win-win-Situation: Das Gefühl, für den ganzen Körper etwas getan zu haben – ohne dass man sich dafür quälen muss.
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