Sind wir der Durchschnitt aus den 5 Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen?

US-Erfolgscoach Jim Rohn stellte diese These auf. Stimmt sie? Daniela Zeller begab sich auf die Suche nach einer Antwort.

1. Ein neuer Mensch tritt in unser Leben

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Foto Credit: Olga Kawa

Meine Freundin B. hat einen neuen Freund. Er ist liebevoll, mitfühlend, ausgeglichen und unterstützend. B. behauptet, dass sie, seit sie mit ihm zusammen ist, ebenfalls gelassener und geduldiger agiert und besser auf ihre Mitmenschen eingeht. Ihr neuer Freund hat laut B. eine neue, weichere Seite in ihr zum Klingen gebracht.

2. Hat B. wirklich recht?

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Foto Credit: Olga Kawa

Angeblich können wir gar nicht anders, als uns anzugleichen. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Spiegelneuronen, unser „Resonanzsystem“ im Gehirn. Das interessiert mich: Fällt es mir wirklich leichter, mich zum Sport aufzuraffen, wenn ich mich mit sportlichen Menschen umgebe? Werde ich wirklich zufriedener, wenn meine Bürokollegin ein glücklicher Mensch ist? Macht mich ein empathischer Lebenspartner wirklich zu einer achtsameren und sanfteren Frau?

3. Wir imitieren bewusst und unbewusst

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Foto Credit: Olga Kawa

Ich frage die erfahrene Psychotherapeutin und Paartherapeutin Katja Beran. In der Neuropsychologie existiert der Begriff Pacing“, sagt die Expertin. „Das bedeutet, dass man andere Menschen imitiert – unbewusst und auch bewusst. In Mimik, Gestik, Stimme und Verhalten.“ Das bedeutet: Das Verhalten der anderen beeinflusst mein Verhalten tatsächlich. Und, ja, die Gefühle der anderen sind mitbestimmend dafür, wie ich mich fühle!

4. „Wir sind ein Spiegel“

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Foto Credit: Olga Kawa

Katja Beran weiter: „Sich mit erfolgreichen Menschen zu umgeben, um selbst erfolgreich zu werden – oder was immer man sonst erreichen möchte –, ergibt schon einen gewissen Sinn.“ Oder umgekehrt, frei nach einem Zitat, das Sigmund Freud zugeschrieben wird: „Bevor du dir selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

5. Die fünf Menschen sichtbar machen

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Foto Credit: Olga Kawa

Wer sind die fünf, mit denen du die meiste Zeit (persönlich oder am Telefon) verbringst? Nimm ein Blatt Papier, schreib deinen Namen in die Mitte und drumherum „deine“ fünf Menschen. Überlege: Wer unterstützt dich? Wer raubt dir Energie? Wer bereichert dich? Von wem fühlst du dich blockiert? Und dann entscheide: Mit wem möchtest du mehr Zeit verbringen? Wen möchtest du vielleicht sogar loslassen?

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